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Lange Zeit hing bei der Handballabteilung des TSV Indersdorf der Haussegen schief. Differenzen unter einigen Mandatsträger führten dazu, dass fast die komplette Führungsriege ihren Rücktritt erklärt hat. Jetzt hat die Abteilung einen Neuanfang gestartet.

VON WALTER HANUSCH

Indersdorf - "Wir haben die Kuh vom Eis geholt." Diesen momentan etwas verwirrenden Satz stellte die kommissarische Abteilungsleiterin der Indersdorfer Handballer, Andrea Günther, an den Anfang ihres Rechenschaftsberichtes bei der turnusmäßigen Jahreshauptversammlung. Man muss da einige Monate zurückblenden, um diese Feststellung überhaupt zu verstehen. Bereits Mitte des vergangenen Jahres überschlugen sich innerhalb der Abteilungsleitung die Ereignisse. Differenzen unter einigen Mandatsträgern führten dazu, dass fast die komplette Führungsriege ihren Rücktritt erklärte. Einzige "Überlebende" dieser Querelen war die bisherige Finanzverwalterin Andrea Günther. Als Novizin in der Abteilungsleiterarbeit sei es ihre aber gelungen, mit einigen Getreuen, wie sie im Gespräch feststellte, wieder eine funktionierende Führungsriege auf die Beine zu stellen. Das sei für sie der einleitende Satz wert gewesen.

Bei den Neuwahlen war Wahlleiter Bernd Wetzstein vor keine großen Probleme gestellt. Die spärlich erschienen Mitglieder honorierten diese schwierige Suche von Günther nach einer neuen Führungsmannschaft mit einer fast einstimmigen Wahl zur neuen Leiterin der Abteilung. Die von ihr geführten Finanzgeschäfte bleiben in der Familie. Ihr Ehemann Günther wurde zum neuen Kassier gewählt. Ein Mitglied meinte dazu scherzhaft, dass sich nun beide auf die Finger schauen können. Günther zur Seite stehen in den kommenden zwei Jahren Barbara Vogl (Administratorin), Joschka Reichert (sportlicher Leiter), Kay Krawczynski (Schriftführer), Gudrun Boldt (stellvertretende Schriftführerin) und Alex Rösch (Jugendleiter). Günther konnte in ihrem Rechenschaftsbericht auch über erfreuliche Dinge berichten. In erster Linie hob sie dabei den enormen Zuwachs an Jugendlichen hervor. Nicht ohne Stolz meinte sie, dass die Handballer in der Hinsicht da an erster Stelle stehen im Hauptverein. Auch die sportlichen Erfolge aller Mannschaften seien zufriedenstellend. Günther berichtete aber auch über einen große Hürde, die die Abteilung inabsehbarer Zeit zu bewältigen hat. Es sei das leidige Hallenproblem. Bekanntlich wird die Indersdorfer Schulturnhalle voraussichtlich in den Pfingstferien total neu gestaltet. Wo hin als Hallensportart, das sei nun die dringlichste Frage für die Abteilung, wie Günther in den Raum stellte. Hilfe in dieser Hinsicht erhoffe man sich da von der Marktgemeinde und auch vom Hauptverein, in Person des Vorsitzenden Bernhard Wetzstein, der Appell der neugewählten Abteilungsleiterin. Wetzstein versprach, dahingehend nun harte Verhandlungen zu führen.

Als vorherige Finanzverwalterin vermeldete Günther zwar ein Minus von rund 700 Euro in der Kasse, doch rote Zahlen schreibe die Abteilung noch nicht, beruhigte sie die Mitglieder. Auch einige kritisierende Fragen von einigen Mitgliedern meisterte Günther souverän und konnte dann die Versammlung nach gut einer Stunde beschließen. Anbei die Namen der neuen Führungskräfte der Handballabteilung des TSVIndersdorf.v.li. Alex Rösch, Gerhard Günther, Kay Krawzynski, Stefanie Schlagenhaufer, Andrea Günther, Barbara Vogl und Gudrun Boldt.

Die neue Vorstandschaft

Erster doppelte Punktgewinn für die Handballer des TSV Inderrsdorf im neuen Jahr. Mit 32:31 (15:16) setzen sich die Glonntaler im Heimspiel der Bezirksoberliga Altbayern knapp gegen den Tabellendritten TG Landshut II durch und nahmen damit erfolgreich Revanche für die deftige 24:43-Pleite aus dem Vorrundenmatch.

Allerdings muss man den Erfolg der Hausherren etwas relativieren. Der Gegner trat in Indersdorf nur mit sechs Feldspielern an. Als nach gut zehn Minuten für ihren Spieler Florian Hochholzer die Partie wegen einer Verletzung beendete war, spielte die TG Landshut die verbleibende Zeit in Unterzahl. Die Mannschaft von TSV-Coach Jürgen Vogl konnte die Überzahl allerdings nicht nutzen. Vogl brachte dieses Manko auf den Punkt. "Einmal agierten einige meiner Jungs weit unter ihren Möglichkeiten und dann leisteten sie sich eine Menge von technischen Fehlern", bemängelte er. Dass die Chancenverwertung vor allem in der ersten Halbzeit mehr als mangelhaft war, erwähnte Vogl auch noch. Trotz Unterzahl spielte die TG Landshut ihre spielerische Klasse immer wieder aus und lag ständig in Führung. Erst nach gut zwanzig Minuten gelang den Gastgebern erstmals der 10:10-Ausgleich. Zur Pause führten die Gäste mit 16:15.

Auch nach dem Seitenwechsel bestimmten die Landshuter weiter des Spielgeschehen. Erst als Aleksander Kaurin den 22:22-Ausgleich (41.08) gelang schien sich der Umschwung zugunsten des TSV Indersdorf anzubahnen. Doch die Gäste ließen nicht locker. Die Spannung war im weiteren Spielverlauf nicht mehr zu übertreffen. Die TSV-Abwehr strahlte nun etwas mehr Sicherheit aus, als Vogl den reaktivieren Ex-Indersdorfer Tommy Bauer in die Abwehr beorderte. Die spielentscheidende Szene dann eine halbe Minute vor Spielende, als Ferdi Huber, der vor allem in der ersten Halbzeit einige klare Torchancen verballerte, seine Mannschaft mit 32:30 in Führung brachte. Zu mehr als zum 31:32 reichte es für die Landshuter nicht mehr. Vogl gab nach Spielende dann auch zu, dass es ein mehr als glücklicher Sieg war und seine Mannschaft beileibe nicht ihre beste Leistung abrufen konnte.

Einen Punkt verschenkt, oder gar einen Punkt gewonnen? Die Frage stellt sich beim 32:32 (16:17)- Unentschieden der Indersdorfer Handballer im Bezirksoberliga-Heimspiel gegen den Tabellennachbarn SSG Metten. Aufgrund des gesamten Spielverlaufes muss man feststellen, dass die Punkteteilung ein gerechtes Ergebnis war.

Die spielerischen Akzente der Partie setzten in der ersten Halbzeit zweifelsohne die Gäste. Während die Glonntaler wieder einmal ihre Torchancen in der Anfangsphase verballerten, nutzte die SSG ihre eiskalt. Dass der TSV nach gut zehn Minuten mit 3:8 im Hintertreffen lag, war deshalb nicht verwunderlich.

TSV-Coach Jürgen Vogl nahm nach dem achten Gegentreffer eine Auszeit um seine Mannschaft wieder in die Spur zu bringen. Außerdem animierte Tobi Bärsch in dieser Auszeit seine Mitspieler lautstark, doch endlich aufzuwachen. Sein Appell schien zu fruchten, denn im weiterem Spielverlauf lief es beim TSV etwas besser. Der Rückstand zur Pause betrug nur ein Tor (16:17), es war noch alles drin für den Bezirksoberligisten aus dem Herzen des Dachauer Landkreises.

Auch nach dem Seitenwechsel wog das Spiel hin und her. Die SSG Metten legte vor, der TSV Indersdorf zog nach. Als sich Rene Sperrer nach der dritten Zeitstrafe (40.) beim Stande von 20:20 die rote Karte einhandelte, bekamen die Gäste wieder Oberwasser; in Unterzahl kassierten die Hausherren danach drei Treffer in Folge. Doch nun packten die Glonntaler ihrer kämpferischen Qualitäten aus. Als Tobi Bärsch, mit 13 Toren bester Torschütze des TSV Indersdorf an diesem Abend, das 32:31 (59.00) erzielte, schien der Sieg perfekt. Doch Pavel Schut erzielte für die SSG Metten kurz vor Spielende noch den nicht unverdienten Ausgleichstreffer zum 32:32-Endstgand.

Neben dem bereits erwähnten Tobi Bärsch war TSV-Neuzugang Aleksander Kaurin mit acht Treffern ein Garant für den Punktgewinn der BOL-Mannschaft des TSV Indersdorf.

Stenogramm TSV Indersdorf. Vinzenz Altenweger und Michl Siemens im Tor, Tobi Bärsch 13/7, Richie Baumbach 3, Frank Wilberg, Ferdi Huber 3, Tim Plundke 3, Aleksander Kaurin 8, Rene Sperrer 1, Andi Reuther 1.

Der Rückrundenstart in der Bezirksoberliga Altbayern verlief für die Handballer des TSV Indersdorf wenig verheißungsvoll. Beim Tabellenzweiten TV Altötting unterlagen die Glonntaler mit 21:28(14:12). Bei der Leistungsanalyse der Mannschaft von TSV-Coach Jürgen Vogl kommt man zu der Erkenntnis, dass der Auftritt über weite Strecken durchaus als verheißungsvoll einzustufen ist. Nach anfänglichen Problem, mit einer 5:2-Fürhung der Gastgeber, steigerte sich das Team und ging mit einer 14:12-Führung in die Pause.

Auch nach dem Seitenwechsel agierten die Glonntaler weiterhin auf Augenhöhe. Die Führung hielt bis zur 37. Minute, ehe der TV erstmals zur 16:16 (37.16) ausgleichen konnte. Im weiteren Spielverlauf hielt der TSV aus Match weiterhin offen. Die Altöttinger legten vor, die Indersdorfer kam aber immer wieder bis auf ein Tor heran. Zehn Minuten vor Spielende schließlich dem Umschwung zugunsten der Hausherren. Mit vier Treffern in Folge bauten die Hausherren schließlich bis auf 15:20 aus. Davon erholten sich die Glonntaler nicht mehr. In dieser Phase handelte sich TSV-Keeper Vinzenz Altenweger auch noch die Rote Karte ein. Auch wenn der Rückrundenstart seine Mannschaft für Vogl nicht nach Plan verlaufen ist, nicht nach den Vorstellung von Vogl verlaufen ist, sollte seine Jungs aufgrund der sehr guten ersten Halbzeit Mut schöpfen für die kommenden Spiele.

Stenogramm TSV Indersdorf. Vinzenz Altenweger und Michl Siemens im Tor, Tobi Bärsch 5, Richie Baumbach 1, Frank Wilberg, Ferdi Huber 5, Tim Plundke 3, Aleksander Kaurin 1, Rene Sperrer 3, Andi Reuther 3.

Nach vier Siegen in Folge hat es die Indersdorfer Handballer mal wieder erwischt. Gegen den Tabellenführer der Bezirksoberliga Altbayern, die SpVgg Altenerding,  hagelte es eine deftige 22:35 (11:15)-Niederlage. Das Debakel ist leicht zu erklären. Einmal damit, dass ein Großteil der Mannschaft vom Anpfiff weg weit unter ihren Möglichkeiten spielte. Mit einer Ausnahme. Tobi Bärsch wurde seinem Ruf als Torjäger gerecht. Er zeichnete mit elf Treffern für die Hälfte der Indersdorfer Tore verantwortlich. Dann war da ein Gegner, der den Hausherren in allen Belangen überlegen war und deutlich deren Grenzen aufzeigte. Im Vergleich zu den Altenerdingern, die ein variables und temporeiches Angriffsspiel aufzogen, agierten die Glonntaler zu statisch und waren deshalb vom Gegner leicht auszurechnen. Dass dann, mit Ausnahme von Bärsch, die Offensivabteilung eine Menge von Torchancen versiebte, war mit ein weiterer Grund für das Debakel. Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass man sich gegen einen solch starken Gegner keine zwölf Zeitstrafen erlauben darf; der TSV spielte so fast die Hälfte der Partie in Unterzahl.  Darunter war die Disqualifikation von Stefan Kiegerl und Richie Baumbach nach jeweils der dritten Zeitstrafe. Der Rückstand betrug zur Pause vier Tore, doch auch nach dem Seitenwechsel war bei den Gastgebern spielerische keine Steigerung zu erkennen. Die sattelfeste Abwehr des Gegners hatte deshalb weiterhin leichtes Spiel die Angriffsbemühungen der Glonntaler zu unterbinden.

Die kämpferische Einstellung der Mannen von TSV-Coach Jürgen Vogl war in Ordnung, doch den Gegner in Verlegenheit zu bringen, dazu reichte es nicht. Konnte man den teilweise großen Rückstand etwas verringern, hatte der Gegner immer wieder eine Antwort parat und erstickte die Bemühungen der Glonntaler gleich wieder im Keim. In der Schlussphase der Begegnung brachen dann beim TSV alle Dämme. Die Folge war die deftige 22.35-Pleite.

Mit Tommy Bauer aus Freising hatte Vogl einen ehemaligen TSV-Spieler aus erfolgreichen Tage reaktivieren können, ebenso Stefan Kiegerl. Die anhaltende personelle Misere hat sich dadurch aber nur minimal entspannt.

Stenogramm

TSV Indersdorf. Vinzenz Altenweger, Michl Siemens und Matze Stephan im Tor,  Tobi Bärsch 11/6, Richie Baumbach, Frank Wilberg, Ferdi Huber 1, Tim Plundke 3, Thomas Bauer, Rene Sperrer 5, Stefan Kiegerl 1, Andi Reuther 1,

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