Jungs, Mund abwischen und mit Elan in die Bezirksligasaison

Niemand hat vor Saisonbeginn daran einen Gedanken verschwendet, dass unsere Männermannschaft aus der Bezirksoberliga absteigen könnte. Doch ist es dann leider passiert.

Die Umstände die dazu führten, sind hinreichend bekannt. Einmal verließen Frank Wilberg, Tim Plundke und Thomas Steigerwald aus unterschiedlichen Gründen den Verein. Mit den Neuzugängen Alex Hauser, Niklas Dietel, Marcel Brudtloff, Aleksander Vejnovic, und während der Saison mit Rückkehrer Henry Claussen, konnte man den Kader qualitativ und auch personell aufrüsten. Doch schon vor dem ersten Spieltag folgte der erste Dämpfer. Rene Sperrer, einer unserer Leistungsträger, verletzte sich so schwer in der Vorbereitungsphase und fiel die gesamte Saison aus. Die Verletztenliste erweiterte sich im Verlauf der Saison mit Patrick Schmidt, Andi Reuther und Ferdi Pöllner. Hingegen war es erfreulich, dass sich unser ehemaliger Stammtorhüter Matze Stephan wieder zu uns gesellte, der dann aber in der Endphase der Saison aus gesundheitlichen Gründen wieder passen musste.

Dass dann schließlich auch noch der oft zitierte Handballgott unserer Mannschaft nicht gut gesinnt war, passte zur verkorksten Saison. So wurden die Begegnungen gegen Altötting, Metten, Eggenfelden, Burghausen und Deggendorf teilweise erst Sekunden vor Spielende zugunsten der Gegner entschieden. Dass unsere Mannschaft aber in einigen Begegnungen ihre sicherlich vorhandenen spielerischen Qualitäten nicht abrufen konnte, sollte nicht verschwiegen werden und machte das Kraut zusätzlich noch fett, um einen bayerischen Ausspruch zu gebrauchen.

Was bleibt nach der Saison und dem Abstieg? Vor allem die Hoffnung, dass unsere Mannschaft durch den Abstieg nicht auseinanderfällt. Vielmehr wäre es begrüßenswert, wenn unsere Jungs in der kommenden Saison 2019/20 alles versuchen sollten, eventuell wieder aufzusteigen. Das wünscht sich nicht nur die gesamte Abteilungsleitung, sondern auch die vielen treuen Fans unserer Mannschaft.

Nun ist es endgültig. Die Handballer des TSV Indersdorf müssen aus der Bezirksoberliga Altbayern absteigen. Besiegelt wurde der Abstieg im letzten Saisonspiel durch eine 20:21 (8:10)-Heimniederlage gegen den TSV Schleißheim. Das war dann für die Glonntaler der Schlusspunkt hinter eine total verkorkste Saison. Bereits vor dem Match warteten die Gäste aus Schleißheim mit einer Besonderheit auf. Sie bestanden darauf, dass die Partie ohne Harz gespielt werden muss (siehe dazu den Kommentar).

Im Spiel selbst hatten die Indersdorfer mit dem Spielgerät deutlich mehr Probleme als die Gäste. Vom Anpfiff weg übertrafen sich beide Mannschaften an Harmlosigkeit. Der Pausenstand von 10:8 für die Gäste verdeutlichen diese. Bei den Glonntalern überzeugte da nur Torhüter Michl Siemens der glänzen konnte.

Nach dem Seitenwechsel kamen die Gästen wesentlich besser ins Spiel, die ihre Führung bis auf sechs Treffer (16:10) ausbauten. Erst in der Schlussphase der Partie hielten die Indersdorfer das Match wieder offen. Mehr als zur knappen 20:21-Niederlage reichte es nicht mehr. Der Abstieg war damit endgültig besiegelt.

Stenogramm TSV Indersdorf: Michl Siemens im Tor, Alex Hauser, Tobi Bärsch 5/3, Philipp Schröder 1, Richie Baumbach, Ferdi Huber 6/2, Ferdi Pöllner, Niklas Dietel 3, Marcel Brudtloff 1, Philipp Zeimet 4/1, Aleksander Vejnovic.

Kommentar Harz ist bei Handballern ein beliebtes Produkt, um den Umgang mit dem Spielgerät etwas zu stabilisieren. Dass nun im letzten Saisonspiel am 13.April in Indersdorf die Gäste aus Schleißheim darauf pochten, dass die Partie ohne Harz ausgetragen werden muss, entfachte unter den Zuschauern Verwunderung. Doch die Forderung der Gäste entspricht den Statuten des Bayerischen Handballverbandes, wie dessen stellvertretender Spielleiter Herbert Bochmann nach Rücksprache mit unserer Zeitung bestätigte. Nach den Statuten des BHV bestehe für die Bezirksoberliga generell ein Harzverbot, wie Bochmann weiter mitteilte. Dass dieses Verbot bei vielen Vereinen nicht eingehalten wird, das liegt auf der Hand und ist hinreichend bekannt.

Warum der TSV Schleißheim dieses Harzverbot in Indersdorf einforderte, hat einen einleuchteten Grund. Der TSV trägt seine Heimspiele bekanntlich in einer städtischen Halle aus und dort besteht ein vom Hallenbetreiber ausgesprochenes Harzverbot. Dass sich die Schleißheimer durch ihre Verbotsforderung im Spiel gegen Indersdorf einen Vorteil erhofften, das kann man dem Verein nicht absprechen.

Geht man davon aus, dass es in der Bezirksoberliga Altbayern dabei bleibt, dass vier Vereine absteigen müssen, hat es eine Runde vor Saisonende nun doch die Handballer des TSV Indersdorf erwischt. Durch das 22:22 (10:11)-Unentschieden beim Tabellenletzten SG Moosburg verspielten die Glonntaler auch ihre rechnerische Möglichkeit den Ligaerhalt doch noch zu schaffen.
Sicherlich haben die Jungs von TSV-Coach Jürgen Vogl nicht erst in Moosburg durch das Unentschieden die Möglichkeit auf den Ligaerhalt verspielt, immer vorausgesetzt es bleibt dabei, dass vier Vereine absteigen müssen. Das Glück war den Glonntalern über die gesamte Saison nicht gerade hold. Da wurden einige Begegnungen erst in den letzten Sekunden verloren, aber auch durch teilweise schwache Vorstellungen.
In Moosburg versuchte die Mannschaft zu mindestens alles um den möglichen Klassenerhalt doch noch zu schaffen. Das kann man der Mannschaft nicht absprechen. In der ersten Halbzeit begegnenden sich beide Teams auf Augenhöhe. Mit einer knappen 11:10-Führung für die Gastgeber ging es in die Pause.
Auch nach dem Seitenwechsel konnte sich keine Mannschaft entscheidend absetzen. Hoffnung keimte beim TSV Indersdorf noch einmal auf, als Ferdi Pöllner, nach ständiger Führung der SG, den 20:20-Ausgleich (55.28) erzielte und Aleksander Kaurin (56.15) noch einmal zum 21:21 ausgleichen konnten. Doch es kam leider anders. Daniel Kumpmann erzielte das 22:21 (57.02) für Moosburg und der mit zwölf Treffern überragende Tobi Bärsch konnte für den TSV Indersdorf nur noch zum 22:22 (59.50)ausgleichen.

Stenogramm

TSV Indersdorf: Michl Siemens im Tor, Alex Hauser, Tobi Bärsch 12:2, Philipp Schröder, Richie Baumbach 3, Henry Claussen, Ferdi Huber, Ferdi Pöllner 1, Aleksander Kaurin 2, Niklas Dietel, Marcel Brudtloff.

Nach der 23:26 (11:12)-Heimniederlage gegen den SVW Burghausen scheint der Abstieg für den TSV Indersdorf in der Handball-Bezirksoberliga fast besiegelt zu sein. Allerdings besteht noch ein kleiner Hoffnungsschimmer. Doch dazu müsste Indersdorf seine beiden letzten zwei Spiele in Moosburg und das Heimspiel gegen Schleißheim erfolgreich gestaltet. Weiter   müssten Eching und Pfarrkirchen ihre beiden letzten Begegnungen verlieren, dann kämen die drei Kontrahenten um den Klassenerhalt  auf 15 Punkte. Der dann für die Ermittlung der Absteiger herangezogene direkte Vergleich der drei Vereine würde zugunsten des TSV Indersdorf ausfallen. der bei seinen Siegen jeweils das höhere Ergebnis erzielte. Es bleibt also spannend im Kampf um den Klassenerhalt in der Bezirksoberliga Altbayern. 
 Zum Match gegen Burghausen muss man anmerken, dass  für die Hausherren durchaus mehr drin gewesen wäre, denn die Gäste präsentierten sich beileibe nicht als Übermannschaft. Für den SVW Burghausen sprach, dass sie ihre vorhandenen spielerischen Möglichkeiten abrufen konnten, der TSV Indersdorf seinen zweifelsohne vorhandenen spielerischen Qualitäten aber wieder einmal nicht. 
In Halbzeit eins hielten die Glonntaler das Match offen. Der knappe 11:12-Pausenrückstand ließ noch alle Möglichkeiten offen für den wichtigen Sieg des TSV Indersdorf.  Doch es kam anders. Die Gäste bauten ihren Vorsprung zeitweise bis auf  sieben Tore aus. Auch deshalb, weil die TSV-Angreifer zahlreiche Torchancen vergaben, darunter zwei vergebene Siebenmeter. Erst in der Schlussphase der Partie packten die Glonntaler noch einmal ihre kämpferischen Qualitäten aus. Drei Minuten vor Ende der Partie verkürzte Philipp Zeimet auf 23:25 ( 57.13), doch mehr war leider nicht drin, zumal sich Tobi Bärsch, neben Zeimet bester Torschütze der Indersdorfer, eineinhalb Minuten vor Spielende eine Zeitstrafe einhandelte. 
Stenogramm
TSV Indersdorf: Michl Siemens im Tor, Alex Hauser, Tobi Bärsch 7/3, Philipp Schröder 2, Richie Baumbach 4, Henry Claussen, Ferdi Huber 3, Aleksander Kaurin, Niklas Dietel 1, Philipp Zeimet 6.